Ausgezeichnet: Deutsch-französisches Austauschprojekt
Das Berufskolleg Neandertal fördert seit vielen Jahren internationale Kooperationen, die über den klassischen Unterricht hinausgehen und jungen Menschen neue Perspektiven eröffnen. Besonders Austauschprojekte, die berufliche Bildung mit interkulturellem Lernen verbinden, sind fester Bestandteil unseres pädagogischen Profils. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung unserer Schüler*innen, zur Demokratieförderung und zum Verständnis über kulturelle Grenzen hinweg.
Ein aktuelles Beispiel für diese gelebte internationale Schulkultur wurde nun mit einer besonderen Auszeichnung gewürdigt: Unser gemeinsames Projekt mit dem Lycée Professionnel Pré de Cordy im französischen Sarlat wurde im Rahmen des diesjährigen ProTandem-Wettbewerbs ausgezeichnet.
In enger Zusammenarbeit mit dem Neanderthal-Museum in Mettmann und dem französischen Nationalmuseum der Frühgeschichte in Les Eyzies überzeugte das Projekt durch einen innovativen Bildungsansatz und ein starkes interkulturelles Engagement. Die deutsch-französische Agentur ProTandem, die den Austausch in der beruflichen Bildung fördert, zeichnete das Projekt mit einer Glastrophäe aus – gefertigt von der École Nationale du Verre in Yzeure, einem weiteren ProTandem-Partner.
Das Projekt basiert auf einer faszinierenden historischen Verbindung: Während Mettmann für den Fund des Neandertalers bekannt ist, liegt Sarlat in einer Region, in der bedeutende Funde des Cro-Magnon-Menschen gemacht wurden. Diese gemeinsame prähistorische Geschichte diente als Ausgangspunkt für einen vielseitigen Austausch von Auszubildenden aus den Bereichen Verwaltungsmanagement sowie Gesundheit und Soziales.
Die Teilnehmer*innen beschäftigten sich dabei unter anderem mit der Entstehung von Geschlechterrollen in der Vorgeschichte und betrachteten diese sowohl aus anthropologischer als auch medialer Perspektive. Ziel war es, aktuelle gesellschaftliche Stereotype besser zu verstehen – mit Relevanz für den späteren Berufsalltag.
Eine zweite Arbeitsgruppe untersuchte verwaltungsrechtliche Aspekte im musealen Kontext, darunter Fragen zum geistigen Eigentum. Dabei wurden praxisnah Formulare, Genehmigungen und Redetexte für Ausstellungsszenarien entwickelt.
Vor Ort vorbereitet durch drei Online-Treffen, fand das Projekt seinen sichtbaren Abschluss in einer Wanderausstellung, die Wissenschaft, Geschichte und Gesellschaft miteinander verbindet. Die Projektarbeit stärkte nicht nur die Fachkompetenz der Teilnehmenden, sondern vertiefte auch das Verständnis für gesellschaftliche Teilhabe und das gemeinsame kulturelle Erbe der Menschheit.
Diese Auszeichnung unterstreicht, wie wichtig internationale Projekte für unsere Schulgemeinschaft sind – und wie sie junge Menschen befähigen, Verantwortung in einer globalisierten Welt zu übernehmen.