Moderne Schule - lernfähig, verantwortungsvoll, selbstbewusst
Jahresempfang des Berufskollegs Neandertal -
Landrat Thomas Hendele: Bau der neuen Sporthalle in 2009
Zu seinem inzwischen traditionellen Jahresempfang hatte das Berufskolleg Neandertal in Mettmann Gäste aus der Politik, der Verwaltung und der Wirtschaft sowie der Verbände geladen.
In ihrem Grußwort dankte Schulleiterin Brigitte Schneider insbesondere den Vertretern des Schulträgers für die Unterstützung bei der schwierigen Aufgabe, den vielfältigen Herausforderungen, denen Schule sich aktuell und zukünftig gegenüber sehe, gerecht zu werden. Die Schule sei zunehmend zum Ort der Erziehung und insofern auch zum "Reparaturbetrieb" infolge sozialer Fehlentwicklungen geworden. Dieser gesellschaftlichen Verantwortung wolle man sich als Berufskolleg Neandertal im Vertrauen auf die eigene Kompetenz selbstbewusst stellen. Deutlich reklamierte Brigitte Schneider die Wertschätzung der Lehrerarbeit durch alle gesellschaftlichen Gruppen. Auch das Vertrauen in die pädagogische Leistung sei ein wichtiger Aspekt nachhaltiger Unterstützung der anspruchsvollen Arbeit in der Schule.
Mit der Nachricht über eine konkrete Form der Unterstützung des Berufskollegs konnte Landrat Thomas Hendele das Auditorium in seinem Grußwort erfreuen: Um einen bedarfsdeckenden Sportunterricht zu gewährleisten, wird der Kreis Mettmann mit 2,2 Millionen Euro den Bau einer neuen Sporthalle an der Koenneckestraße finanzieren. Auch für den Mettmanner Vereinssport böten sich hier neue Perspektiven. Thomas Hendele verwies auf die hohen Investitionen, die der Kreis in den letzten Jahren zu Recht im Sinne der Schulen getätigt habe: im regionalen Wettbewerb habe man auf Dauer nur mit "top ausgebildeten" jungen Menschen eine Chance. Die Herausforderungen der Zukunft könnten der Schulträger wie die Berufskollegs mit Optimismus angehen: Thomas Hendele sieht den Kreis mit der innovativen Ausstattung der Schulen und der hervorragenden pädagogischen Arbeit vor Ort, die ein wichtiger Beitrag für die Entwicklung der Region sei, dauerhaft gut aufgestellt.
In seinem Vortrag "Moderne Schule - lernfähig, verantwortungsvoll, selbstbewusst" verknüpfte Dr. Reinhardt Biffar auf ebenso pointierte wie erhellende Weise zukünftige Aufgaben und Verantwortungen der Schulen mit absehbaren Entwicklungen und Erwartungen einer von Globalisierung geprägten Wirtschaft. Die Hauptverantwortung der modernen Schule sieht der Unternehmensberater in der perspektivischen Aufgabe, in einer hochdifferenzierten Welt für "Übersicht und Selbstbestimmung" zu sorgen und die Urteilskraft des Schülers zu fördern. In einer Arbeitswelt, die zukünftig immer weniger "Verrichtungsarbeit" anbiete, dafür immer mehr "entscheidungshaltige Arbeit" wertschätze und vergüte, müssten Schule und Wirtschaft voneinander lernen, um voneinander profitieren zu können. Die "moderne Schule" müsse wissen, was Wirtschaft wolle und kritische Entwicklungen erkennen; die Wirtschaft - so Reinhardt Biffar - dürfe nicht allein auf Qualifikation setzen: die Wirtschaft von morgen werde ohne Bildung nicht auskommen. Der Referent schloss mit einem Appell an Schulleitung und Kollegium: die "moderne Schule" optimiert sich selbst - mit Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen in die eigene Kompetenz; sie legitimiert sich, indem sie sich in Zeiten, die auch durch den Verlust von Werthaltungen geprägt seien, auf ihre eigentliche Aufgabe besinnt: auf die Bildung.
Eine beeindruckende Präsentation der Ausstellung " … und sie werden nicht mehr frei ihr ganzes Leben", die den Alltag von Kindern und Jugendlichen im Dritten Reich mit zum Teil drastischem Material illustriert, bildete den würdigen Abschluss des Programms. Die Ausstellung der Klasse 13 der Fachoberschule für Gestaltung, die im Fach Gesellschaftslehre mit Geschichte unter fachlicher Moderation von Lehrer Dr. Peter Enzenberger entstand, war schon im November 2007 anlässlich des "Tages der offenen Tür" viel beachtet worden.
Den Rahmen einer gelungenen Veranstaltung bildeten - wie in jedem Jahr - die Moderation von Ellen Effert und Torsten Eicker, die gewohnt launig-spontan durch das Programm führten, die mit starkem Applaus bedachten musikalischen Beiträge der Lehrerband "Hörsturz" sowie die kulinarische Kreativität der Kolleginnen der Hauswirtschaft, die mit ihren Schülerinnen und Schülern des Berufsgrundschuljahres und der sonderpädagogischen Förderklasse einmal mehr mit einem - für Gaumen und Augen - besonderen Buffet erfreuten.



















