Umgang mit religiösen Minderheiten in Deutschland

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UmgangmitjuedischengruppenSchülerstudenten untersuchen den Umgang mit Mitbürgern jüdischen Glaubens.

Dass das Thema „Juden in Deutschland“ auch heute noch kein unbelastetes ist , zeigt eine Untersuchung, die von den Schülerstudentinnen und –studenten aus dem Fachbereich Wirtschaft des Berufskollegs Neandertal in Mettmann vorgestellt wurde. Präsentiert wurde vor dem Bürgermeister Mettmanns, Herr Günther, dem Direktor der jüdischen Gemeinde Düsseldorf, Herr Szentei-Heise sowie weiteren Vertretern der Stadtverwaltung Mettmann, der Fachhochschule der Wirtschaft Mettmann und der Schulleiterin, Frau Schneider.

 

Neben im Internet verfügbarem Quellenmaterial wurden auch bislang unveröffentlichte Dokumente des Stadtarchivs Bonn· ausgewertet. Den Studierenden gelang es, in komprimierter Form die Stimmung der Weimarer Zeit und die Entwicklungsstränge, die zur Machtübernahme der Nationalsozialisten führten, nachzuzeichnen.

 

Dabei gelang ihnen eindrucksvoll der Nachweis, wie von Seiten der Nationalsozialisten die weit verbreiteten Vorurteile über Juden geschickt eingesetzt wurden, um die Zustimmung großer Bevölkerungsteile zu ihrer Politik zu erhalten.

Erschreckend deutlich trat zu Tage, dass die braunen Machthaber nur gut zwei Monate brauchten, um nach ihrer Wahl· eine erste Welle von Verbrechen gegen die jüdische Bevölkerung zu organisieren und durchzuführen.·

Gerade die Auswertung der Archivalien zeigt, wie beängstigend bereitwillig deutsche Unternehmen bereit waren, ihre Auslandskorrespondenz in den Dienst antijüdischer Propaganda zu stellen. Lokale Ämter wie der Bürgermeister oder die Ortspolizei überwachte die Umsetzung· dieser Anweisungen und ließ sich die Geschäftsbriefe sowie die entsprechenden Antworten darauf vorlegen.

Einen erschreckend aktuellen Bezug zur Gegenwart erhielt das Thema, als den jüngsten Äußerungen unserer höchsten Repräsentanten zu einer gelungenen Integration jüdischer Glaubensangehöriger in die deutsche Gesellschaft Umfrageergebnisse· der letzten Jahre zur Meinung über Juden entgegen gestellt wurden. Beinahe jeder fünfte Bundesdeutsche meint auch heute noch, dass die Juden eine Mitschuld an ihrer Verfolgung trügen und aktuell einen zu großen Einfluss hätten. 62% reagieren verärgert, wenn sie mit der deutschen Schuld an der Vernichtung der Juden konfrontiert werden.

Die Studierenden sind sehr daran interessiert, weiteres Material aus der Anfangszeit des III. Reiches – gerne aus Mettmann· - zu bearbeiten. Außerdem würden sie gerne mit Menschen reden, die diese Zeit noch aktiv erlebt haben.

Die Studierenden, die erst seit September dieses Jahres ihre Ausbildung am· Berufskolleg aufgenommen haben, erhielten für ·ihren· Vortrag große Anerkennung von allen Seiten.

„Es ist ihnen gelungen, durch den Bezug auf die überschaubare, lokale Ebene den unfassbaren Schrecken für 6 Millionen Betroffene nachvollziehbar zu machen“, sagte Herr Szentei-Heise. Er regte an, diese Dokumentation dem Schulministerium zur Verfügung zu stellen.

Er wies darauf hin, dass Integration ein langwieriger Prozess sei, der nicht in wenigen Jahren, sondern nach Generationen zu bemessen sei. Ihn störe in der aktuellen Diskussion die Hektik und Kurzfristigkeit, mit der dieses Thema angegangen werde. Bürgermeister Günther pflichtete dem bei. Er betonte aber auch, dass es eine Bereitschaft zur Integration geben müsse, ohne die eine solche nicht gelingen könne.

Bürgermeister Günther lud die Referentinnen und Referenten ein, die Ergebnisse vor dem Integrationsrat der Stadt Mettmann zu präsentieren und zeigte sich beeindruckt von der professionellen Art der Bearbeitung.

Die Studierenden möchten ihre Bearbeitung nun rasch als Broschüre vorlegen, die an interessierte Einrichtungen und Lehrpersonen weitergegeben werden soll.