AUF DEM/DEN KOPF
An was denken Sie bei diesem Titel? Wie würden Sie dieses Thema sinnfällig in einem Kleinmöbel umsetzen? Gar nicht so leicht für die Tischlerinnen und Tischler im zweiten Ausbildungsjahr. Am Mittwoch startete mit der Themenbenennung und ersten Ideen die Projektwoche. Fachkundig geleitet vom Designberater des Fachverbandes tischler nrw, Herrn Hans-Christoph Bittner.
Bis zum Montag, dem Start in die konkretere Planung, wurden bei den jungen Handwerkerinnen und Handwerkern aus den ersten Ideen Überzeugungen, die Entwurf und Fertigung in der nächsten Woche begründeten. Nach diesen Vorarbeiten am Montag und Dienstag im Berufskolleg, erfolgte am Mittwoch und Donnerstag die Umsetzung in den jeweiligen Ausbildungsbetrieben. Freitag wurden die Ergebnisse präsentiert.
Dabei waren der Ideenreichtum und das Engagement wieder einmal überwältigend. Die Schulleiterin des Berufskollegs, Brigitte Schneider, verwies auf die bedeutenden Möglichkeiten, die in diesem Ausbildungsbestandteil stecken und die sich in den Ergebnissen bestätigen.
Fotos vom Einstieg und der Planung
In zwei Kategorien wurden Preise verliehen:
Preisträger im Wettbewerb um die Schraube in Edelmetall, die
Handwerkliche Qualität, die von allen Auszubildenden bewertet wurden, sind:
Schraube in Bronze (3. Platz) für:
Pierre Hucklenbruch, Bau- und Möbelschreinerei Jürgen und Frank Nicolay, Erkrath
Eine Schlüsselablage 'andersrum'. Die Schwerkraft zollt starken Magneten unter weichem Filz Tribut. Schichtverleimung in kontrastierenden Holztexturen unterstützt bei gedrungenen Abmessungen die horizontale Ausrichtung.
Schraube in Silber (2. Platz) für:
Dimitrij Haak, Thorsten Bauch, Möbel- und Innnenausbau, Mettmann
Holz schmilzt bei Zimmertemperatur!
Fließendes Holz läuft über eine Glasplatte und tropft - auf den Kopf gestellt - in den Zenit. Holzbildhauerei in Eiche mit Ablagefunktion.
Schraube in Gold (1. Platz) für:
Simon Vohberger, Schreinerei Bolz, Ratingen
Eine Wippe aus Rahmen mit Glasfüllung, auf einem Baumstamm - und das mit nur einem Arm. Zwei konträre Bearbeitungszustände von Eichenholz und die scheinbare Außerkraftsetzung grundlegender mechanischer Gesetze erklären den Reiz dieses Tisches. Überzeugend ist die hohe handwerklichen Qualität.
Preisträger im Wettbewerb um den Bergischen Löwen, der
Designqualität, die von Ralf Scharf und Markus Schink,
beide Tischler und ausgebildete Gestalter im Handwerk, beurteilt wurden, sind:
Bergischer Löwe in Bronze (3. Platz) für:
Juri Thelen, Schreinerei Hensen & Küchler, Ratingen
Auf einer weißgrauen Drehscheibe ist ein Regal für DVDs angeordnet. Die Auswahl einer DVD wird dadurch, besonders bei unterschiedlicher Orientierung der Titel auf den Coverrücken, erleichtert. Deren Farbigkeiten können sich vor der monochromen Rückwand entfalten. Die kugelgelagerte Scheibe macht den Kopfstand zum Kinderspiel.
Bergischer Löwe in Silber (2. Platz) für:
Nils Weber, Tischlerei Christian Klingsöhr, Wuppertal
Wenn Schuhe unsere Füße nicht umschließen, finden wir sie dort, wo wir uns ihrer entledigt haben. Wer mehrere hat und nicht so gerne sucht, lagert sie in Regal oder Schrank. Hier jedoch werden sie mit Kunststoffklemmen und Nylonfaden an einer Leiste oberhalb einer Wandplatte über der Fußleiste aufgehangen. Einfachste Mittel reichen hier, dass unsere Gewohnheiten Kopf stehen.
Bergischer Löwe in Gold (1. Platz) für:
Tim Thomé, Tischlerei Mechelke, Erkrath
Das Urbild des Typus Tisch aus Platte, vier quadratischen Beinen und Stegen zur Stabilisierung, entsteht für den kundigen und aufmerksamen Betrachter. Der Raum unter diesem Tisch, der Luftraum, wird hier materialisiert und erfassbar. Er bildet den 'Abdruck', das Negativ des Typs. Dieser gefälzte und genutete Kubus kann in zwei ineinander gesteckte U-Profile zerlegt werden, die ihrerseits wieder gemeinsam oder einzeln als Tisch, Hocker oder Ablage funktionieren.
Simon Vohberger, Juri Thelen, Dimitrij Haak,
Pierre Hucklenbruch und Tim Thomé (nicht im Bild: Nils Weber)

























