Jens Einig

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Mein Name ist Jens Einig und seit Herbst 2007 studiere ich Innenausbau in Rosenheim. Ursprünglich habe ich meine Ausbildung zum Tischler im Kreis Mettmann abgeschlossen. Danach habe ich mich nach dem Besuch der „Schnuppertage“ an der Hochschule Rosenheim für den Studiengang Innenausbau entschieden und eingeschrieben.

 

Der Studiengang Innenausbau ist einzigartig im deutschsprachigen Raum. Die Ausbildung schließt eine Lücke in der derzeitigen Ausbildungsstruktur des Bauwesens in Deutschland. Da wo der Bauingenieur den Architekten hat, ergänzt der Innenarchitekt den Innenausbauingenieur.
 
Dort erhält man eine praxisorientierte und vielseitige Ausbildung, die zur Übernahme vielfältiger Funktionen in den Unternehmen des Innenausbaus befähigt. Man wird nach der Ausbildung in der Lage sein, Aufgaben im Produktdesign zu lösen, Fertigungsprozesse zu planen, funktionsgerechte Konstruktionen zu entwickeln und diese praxisgerecht unter wirtschaftlichen Gesichtpunkten umzusetzen und zu vermarkten. Für die Planung von Innenräumen und die damit verbundenen baulichen Änderungen von Gebäuden ist man dann bauvorlageberechtigt, was bedeutet, dass man Bauanträge einreichen kann. Daneben erhält man betriebswirtschaftliche, fertigungstechnische und konstruktive Qualifikationen. Dafür werden neben dem Holz auch alle anderen Materialien des modernen Innenausbaus betrachtet.
Der Abschluss ist nach 7 Semestern (3 1/2 Jahre) Bachelor of Engineering.
Typische Berufsbilder und Tätigkeiten als Innenausbauingenieur werden sein:
  • Entwicklungsingenieur für Produkte und Baustoffe
  • Planender Ingenieur (freiberuflich oder als Angestellter)
  • Bauleiter oder Projektleiter für Montage und Ausführung
  • Projektleiter oder Abteilungsleiter für Angebotswesen, Auftragsbearbeitung, Konstruktion, technischen Vertrieb, Marketing etc.
  • Unternehmer, Geschäftsführer oder Betriebsleiter
 
Deine zukünftige Arbeitgeber sind dann beispielsweise:
  • Objektorientierte Betriebe der Holzwirtschaft, insbesondere im Innenausbau, Ladenbau, Messebau etc.
  • Bauindustrie und Baufirmen im Schlüsselfertigbau
  • Zulieferbetriebe und Baustoffindustrie
  • Ingenieurbüros und Planungsgesellschaften
  • Bauämter und Bauabteilungen von Banken und Firmen
Vor dem Studium muss man zunächst neben den allgemeinen auch besondere Zulassungsvoraussetzungen in Form einer Eignungsfeststellung erfüllen. Du musst ein Motivationsschreiben verfassen, bei dem fachspezifische Vorkenntnisse sowie die individuellen Fähigkeiten, Begabungen und Erfahrungen geschildert werden, sowie eine Begründung, warum du Innenausbau studieren willst. Als Tischler hat man schon gute Chancen. Die allgemeinen Zulassungsvoraussetzung sind die allgemeine Hochschulreife (Abitur) oder die fachgebundene Hochschulreife oder die Fachhochschulreife (Abschluss der 12. Klasse einer Berufsfachschule oder Fachoberschule).
Im „Grundstudium“ werden zunächst Grundlagen des Ingenieurwesens gelehrt, die die Voraussetzung zum Verständnis der vertieften Lehrinhalte des Hauptstudiums bilden. Es kommt einem zunächst alles schwer und wie nicht zu schaffen vor, aber die meisten packen es. Das Hauptstudium vermittelt darauf aufbauend fachspezifische Qualifikationen und gibt Raum für vertiefende fachwissenschaftliche Inhalte, welche die Studenten wählen können. Das Lehrangebot im Hauptstudium umfasst folgende Themen:
  • Werkstoffe und Konstruktion
  • Bauphysik und Gebäudetechnik
  • Betriebswirtschaft, Organisation und Baurecht
  • Fertigungstechnik
  • Informations- und Kommunikationstechnik
Sowie die 4 Vertiefungsrichtungen:
  • Bauen im Bestand
  • Bauphysik
  • Gestaltung
  • Technischer Vertrieb
Semesterbegleitende Planungsseminare stellen einen Schwerpunkt des Hauptstudiums dar. Praxisnahe und fächerübergreifende Aufgaben werden in Teamarbeit mit einem hohen Grad an Selbständigkeit gelöst. Themenwahl und Begleitung erfolgen in enger Zusammenarbeit mit der Industrie und sind häufig als Wettbewerb konzipiert. Wir haben im ersten Planungsseminar ein Messecafé planen müssen. Im zweiten und dritten Planungsseminar mussten wir die „Nespresso-Bar München“ in einem Planspiel abwickeln. Darunter müsst du dir den kompletten Planungs- und Ausführungsprozess vorstellen, der theoretisch stattfindet. Die Dozenten „spielen“ dabei die Auftraggeber. Da ist viel Teamarbeit gefragt. Das vierte Planungsseminar ist dann Unternehmensplanung. Dort plant ihr dann eure „eigene Firma“.
 

 
Nebenbei kommt es vor, dass man in weiteren Fächern Projekte bearbeiten muss, welche von Unternehmen vorgeschlagen werden. Zum Beispiel im Trockenbau. Darin geht es dann um eine reale Problemstellung der Unternehmen. Wenn man dabei gute Leistungen erbringt, wird dies häufig von den Firmen auch finanziell honoriert (Wegen der Stillschweigenserklärung hier leider keine Bilder).
Die Ausbildung wird später im 5. Semester durch ein Praxissemester mit Ingenieurtätigkeit ergänzt. Da müsst ihr euch ein Unternehmen suchen, dass euch 18 Wochen aufnimmt und bei dem ihr eine Ingenieurtätigkeit ausüben könnt. Dass können zum Beispiel Bauphysikbüros (Müller BBM), Bauproduktunternehmen (Fa. Knauf), Innenausbaufirmen (Lindner, R+M) oder auch Planungsbüros sein.
Zudem ist Rosenheim im Sommer wie im Winter freizeittechnisch sehr attraktiv. Bayerns kühle Seen locken, Italien liegt vor der Tür, München ist nicht weit  und Skifahren ist hier Ehrensache. Und obwohl Rosenheim zum Ausgehen nicht taugt, ist es an sich ein nettes Städtchen.
Das Hauptgebäude der Fakultät Holztechnik (S-Bau)
Das Studium macht mir viel Spaß und kann es nur jeden empfehlen, der über den Beruf des Tischlers hinausgehen will. Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind gut und vielfältig. Die Professoren sind engagiert und sehr hilfsbereit. Bedenkt, dass ihr wahrscheinlich wie wir ein „kleines“ Semester sein würdet, ca 65 Personen. Das ist kein Massenstudiengang, jeder kennt jeden...
Wer weitere Details zum Studium Innenausbau bekommen möchte oder Fragen hat, kann sich gerne bei mir melden.
Wichtig ist auch, dass ich auf Dipl.-Ing. studiere. Ihr werdet auf Bachelor studieren. Da gelten andere Regelungen, aber im Ganzen sind beide Abschlüsse gleich.
Infos findet ihr auch unter: http://www.fh-rosenheim.de/iab.html