KONTRAST
...lautete das Thema der Projektwoche der Tischerinnen und Tischler des zweiten Ausbildungsjahres in der Woche vor den Osterferien. Kontrast ist DAS Mittel zur Unterscheidung zwischen den Elementen eines Möbels. Dies in einem Kleinmöbel möglichst feinfühlig vorzunehmen war die Herausforderung innerhalb dieser Projektwoche.
Am Dienstag in der Vorwoche wurde das Thema bekanntgegeben und Ideenfindungen durch din Entwicklung von unterschiedlichsten Polaritäten, mit zweidimensionalen Gestaltungsübungen und dem Austausch darüber bildeten den Start.
Nach zweitägiger Planung im Berufskolleg und ebenso langer Fertigung in den jeweiligen Ausbildungsbetrieben wurden die Ergebnisse am Freitag präsentiert. Dabei konnte sich die Öffentlichkeit vom Engagement und der intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema überzeugen. Der Obermeister der Tischler-Innung, Frank Czasny hob in einer kurzen Rede die Bedeutung der Verzahnung von Theorie und Praxis, das Einüben von Fertigungssituationen, das große Engagement der Auszubildenden und die hohe Qualität der Möbel hervor.
In zwei Kategorieen wurden Preise verliehen:
handwerkliche Qualität, von den Auszubildenden selbst zu bewerten:
vlnr.: A. Römer, B. Stephanski und M. Pipke
Schraube in Bronze (3. Platz) für:
Bjarne Stephanski, viewpoint Messe- und Ladenbau GmbH, Erkrath
Bei seinem Schränkchen wird der Kontrast zwischen hell und dunkel durch schwarze MDF und Esche erzeugt. Besonders die gelungene Lackierung beeindruckte die Mitschülerinnen und Mitschüler.
Schraube in Silber (2. Platz) für:
Marcel Pipke, Schreinerei Kullenberg, Erkrath
Dieser Hängeschrank zeigt einen Kontrast zwischen zwei Holzoberflächen einhergeht. Die Schräge der Türen spiegelt die schräge Inneneinteilung wieder.
Schraube in Gold (1. Platz) für:
Arne Römer, Schreinerei Frank Tiltmann und Frank Kämmer, Hilden
Dieses sauber verarbeitete Garderobenmöbel setzt den Kontrast zwischen eckigen und runden Formen in Szene. Beim Schubkastenvorderstück wurde die Holzmaserung reliefartig herausgearbeitet. Den anderen Auszubildenden verwiesen besonders auf die passgenaue Fertigung der Kreiselemente der Wandfläche mit moderner CNC-Technik.
gestalterische Qualität, von Ralf Scharf und Markus Schink,
beide Tischler und ausgebildete Gestalter im Handwerk beurteilt:
Bergischer Löwe in Bronze (3. Platz) für:
Alexander Dronia, Wagner Holzbau GmbH, Velbert
Das kleine Gewürzregal nimmt sich des Mottos "Kontrast" gleich zweifach an: rund gegen eckig und Holzwerkstoff gegen Metall. Konsequenterweise beherbergen die Gegensätze ein funktionales Moment. Die Edelstahltrommel kann herausgenommen und als Menagerie auf den Tisch gestellt werden. Eine asymmetrische Anordnung der Trommel im Regal hätte die formale Spannung noch gesteigert.
Bergischer Löwe in Silber (2. Platz) für:
Philip Arhelger, Tischlerwerkstatt Oliver Arhelger, Mettmann
Farbigkeit und Oberfläche treten bei den beiden Regalelementen in lebhaften Gegensatz. Die Verwendung der alten wurmstichigen Bodendielen gibt dem Werkstück neben dem optischen Kontrast einen hohen haptischen Reiz.
Das hier eingesetzte Prinzip der Variation im Gleichen hätte die konsequente Durchhaltung von Format und Anordnung der Korpusse gut vertragen.
Bergischer Löwe in Gold (1. Platz) für:
Florian Holfort, Tischlerei Hetzel, Heiligenhaus
Der Waschtisch- Unterschrank spielt ebenfalls mit unterschiedlichen Farben und Formen. Überzeugend ist die Flächenproportionierung von runden Korpus zu eckiger Tür, in welche sich die abgerundeten Ecken des quadratischen Türelements in Vollholz stimmig einfügen.
Die Grifflösung ist noch optimierbar.


























